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ENERGY ARTS - THE SYSTEM

Qigong, Neigong und die inneren Bewegungskünste aus der Water-Method-Quelle

Energy Arts ist ein in sich geschlossener Trainingskosmos für daoistisches Qigong und Neigong. Gleichzeitig bildet er die methodische Grundlage für die klassischen Internal Martial Arts: Tai Chi, Bagua und Xingyi. Geformt wurde dieses System von Bruce Kumar Frantzis. Jahrzehnte intensiver Praxis - viele Jahre davon direkt in China - münden hier in eine klare Struktur: ein Weg, der den Körper öffnet, Fähigkeiten aufbaut und Bewegung, Anwendung und Meditation in einen zusammenhängenden Entwicklungsprozess integriert.

Neigong - das Betriebssystem hinter allem

Die inneren Kampfkünste hatten historisch einen martialischen Kern. Heute stehen für viele Praktizierende andere Motive im Vordergrund: Gesundheit, Körperwissen, Tiefe und innere Stabilität. Genau an dieser Stelle zeigt sich die eigentliche Stärke der Internal Martial Arts: Neigong als Betriebssystem.

Neigong beschreibt, wie Bewegung von innen organisiert wird: Struktur entsteht, Kräfte koppeln sich, Spannung löst sich, Impulse laufen klarer, Wahrnehmung wird präziser. Tai Chi, Bagua und Xingyi werden dadurch zu mehr als nur Formen - sie werden zu Anwendungsfeldern eines inneren Systems.

Die Water Method - das Alleinstellungsmerkmal

Der rote Faden in Energy Arts ist die daoistische Water Method. Fortschritt wird dabei über Reduktion sichtbar. Ziel ist es, durch das Abtragen und Regulieren von Spannungsmustern Raum zu schaffen: für mehr Lebendigkeit im Gewebe, freiere Gelenkräume, ein regulierteres Nerven-system, eine verbesserte Zirkulation von Blut, Körpersäften und Qi, ruhigere Atmung und klarere Wahrnehmung.

Die zentrale Figur: Liu Hung Chieh - Leben, Linie, Weitergabe

Die heutige Gestalt des Energy-Arts-Systems ist in wesentlichen Teilen durch Liu Hung Chieh, den letzten und prägenden Lehrer von Bruce Kumar Frantzis, bestimmt. In den öffentlich zugänglichen Linienquellen erscheint Liu Hung Chieh als eine ungewöhnlich breit gebildete Persönlichkeit. Er entstammte einer traditionsreichen Ärztefamilie in Beijing, wuchs in einem akademisch geprägten Umfeld auf und wird innerhalb der Linie als außerordentlich intelligent und umfassend gebildet beschrieben. Bereits in jungen Jahren begann er in Beijing mit den inneren Künsten, insbesondere mit Bagua, später auch mit Xingyi und Taiji; zudem wird erwähnt, dass er eng mit der Wu-Stil-Taiji-Traditionverbunden war.

Sein Lebensweg wird innerhalb dieser Tradition als ungewöhnlich weit und vielschichtig geschildert. Auf die frühen Jahre in den inneren Kampfkünsten folgte eine intensive buddhistische Phase, in der er nach der Überlieferung des Tiantai-Buddhismus als verwirklicht galt. Doch auch damit war sein Weg nicht abgeschlossen. Als bereits hoch entwickelter Meister der inneren Künste und buddhistischen Praxis zog er für etwa zehn Jahre in die Berge Westchinas, um dort die daoistische Wassertradition weiter zu vertiefen. Gerade diese Abfolge macht Liu Hung Chieh innerhalb der Linie zu einer herausragenden Persönlichkeit mit einem außergewöhnlich weiten Horizont chinesischer Kultur, Geistesgeschichte, Meditation und innerer Schulung.

Als Bruce Kumar Frantzis ihm Anfang der 1980er Jahre in Beijing begegnete, begann eine mehrjährige und intensive Schüler-Lehrer-Beziehung, an deren Ende die formale Übertragung der Linie stand. Liu Hung Chieh ermächtigte ihn, Bagua, Taiji, Hsing-I sowie Lao Tse’s Water Method of Taoist Meditation weiterzugeben. Die besondere Bedeutung dieser Übertragung liegt in der daoistischen Wassertradition, einer sehr alten, weit vor Lao Tse zurückreichenden Tradition, die über Lao Tse bis in unsere Zeit hinein weitergetragen wurde. Dass diese Quelle durch Liu Hung Chieh auf Bruce Kumar Frantzis überging, ist für das heutige Energy Arts System von grundlegender Bedeutung. Die Prägung des gesamten Systems geht in wesentlichen Teilen auf diese Begegnung und diese Übertragung zurück.

Genau dieser direkte Zugang zu einer seltenen und einzigartigen Quelle macht das System so wertvoll.

Körperarbeit, Präzision, Awareness

Energy Arts fordert feines Arbeiten. Die Praxis lädt dazu ein, wirklich in den eigenen Körper hineinzuhören. Dabei geht es um Körperarbeit in Schichten: Gewebe, Gelenkraum, Spannungsmuster, nervale Schutzreaktionen und Atemdruck-verhältnisse. Entspannung hat hier eine konkrete Aufgabe. Sie macht Gewebe fassbar, schafft Raum und ermöglicht Regulation.

So entsteht ein Zugang zu den Internal Movement Arts: Bewegung wird nicht einfach „gemacht“. Bewegung beginnt sich zu organisieren. Das Training bleibt dabei methodisch, überprüfbar und reproduzierbar - ein wichtiger Anker, gerade weil die innere Welt schnell zu vagen Bildern und Floskeln verleiten kann.

Fünf Elemente als Trainingslandkarte

Energy Arts ist bewusst mit der Fünf-Elemente-Lehre der chinesischen Tradition verknüpft. Die Elemente dienen als Trainingslandkarte für unterschiedliche Qualitäten des Neigong.

 

Zentrale Programme werden im System wie folgt eingeordnet:

  • Wasser: Opening the Energy Gates - Fundament von Sinken, Scannen, Dissolving

  • Holz: Marriage of Heaven & Earth - Aufbau, Raum, Verbindung, Integration

  • Feuer: Spiraling Energy Body - Spiralen, Kreisläufe, intensivere Leitbahnenarbeit

  • Erde: Gods Playing in the Clouds - Integration und Zusammenführung, höchste Komplexität

  • Metall: Bend the Bow & Shoot the Arrow - klare Achse, Verdichtung, Präzision, Wirbelsäulenarbeit

Dragon & Tiger wird häufig als Brücke genutzt - vor allem zwischen Wasser und Holz - und eignet sich für viele als gut zugänglicher Einstieg. Wichtig ist dabei der Trainingsmodus: Die Sets sind historisch verschieden gewachsen. Die Water-Method-Prinzipien geben dem Ganzen jedoch die gemeinsame Handschrift. Wie trainiert wird, prägt das Ergebnis.

Meditation als Kernkompetenz

In der Water Method hat Meditation einen eigenen Rang. Sie schult Klarheit, das Auflösen von Spannungszuständen und die Fähigkeit, sich Schritt für Schritt einer stabilen, ruhigen inneren Natur anzunähern. Bewegung öffnet eine Tür, Meditation öffnet eine zweite. Beide Wege nähren und bedingen sich gegenseitig.

Einstieg und Lernpfad

Seriöses Qigong und Neigong kann herausfordernd sein. Deshalb bietet das System mehrere Einstiege, die Grundlagen sauber legen und Praktizierende vor Überforderung schützen. Viele beginnen mit leichter zugänglichen Sets wie Dragon & Tiger oder Opening the Energy Gates. Dort entstehen die zentralen Fähigkeiten, auf denen später komplexere Programme zuverlässig aufbauen.

Zusätzlich wurden Formate geschaffen, die unabhängig von der Fünf-Elemente-Zuordnung funktionieren. Ein Beispiel ist Neigong Fundamentals: ein Fundament-Programm, das zentrale Komponenten stark reduziert bündelt und dadurch das Erlernen anderer Sets deutlich erleichtert.

Im Rahmen von Serendipity Kung-Fu gibt es darüber hinaus einen eigenen Orientierungsrahmen, der nachhaltiges Lernen beschleunigen kann: Der Weg der 9 Paläste. Er ordnet Basics so, dass klar bleibt, woran gerade gearbeitet wird und warum. Mehr dazu im Segment „Learn more“ unter „Der Weg der neun Paläste“.

Die Intention hinter all dem ist schlicht: möglichst vielen Menschen einen Weg zu eröffnen, lange und tief von dieser Quelle zu profitieren.

Schulen, Rahmen - eine Quelle

Die Quelle ist die daoistische Wassertradition. Bruce Kumar Frantzis hat mit seiner Schule Energy Arts einen klaren methodischen Rahmen geschaffen, der aus dieser Quelle hervorgeht. Aus demselben Ursprung arbeitet auch Paul Cavel, Senior Instructor im Energy-Arts-System, der mit The Tai Chi Space seine eigene Schule aufgebaut hat: ein eigener Rahmen, dieselbe Quelle. Er ist einer von drei Senior Instructors, die von Bruce Frantzis autorisiert sind, Schüler in verschiedenen Energy-Arts-Programmen zu zertifizieren.

Paul Cavel & The Tai Chi Space

Paul Cavel gehört für mich zu den Lehrern, in denen die innere Logik des Energy-Arts-Systems besonders klar sichtbar wird. Mit The Tai Chi Space hat er einen Raum geschaffen, in dem die Water Method seit vielen Jahren systematisch und lebendig weitervermittelt wird. Seine besondere Qualität liegt für mich in der eigenen Verkörperung dieser Arbeit und auch darin, dass aus seinem Unterricht wiederum Lehrer mit eigener Substanz und Klarheit hervorgegangen sind. Das zeigt, dass diese Praxis so weitergegeben werden kann, dass sie im eigenen Körper wirklich Wurzeln schlägt. Seine genaue und verantwor-tungsvolle Art des Unterrichtens unter-stützt dabei, zu einer erwachsenen Beziehung zu diesen Künsten zu finden. Gerade deshalb ist es für mich eine Ehre, mit ihm zu trainieren und von ihm ausgebildet zu werden. Sein Unterricht setzt sich bis heute in Kursen, Retreats und Ausbildungsformaten fort und wird durch Bücher wie The Tai Chi Space, Heaven & Earth Qigong und Taoism: A Journey Towards Unity auf sehr klare Weise ergänzt.

 

Serendipity Kung-Fu - 

The Next Generation

Serendipity Kung-Fu ist der Name der Schule von Stefan Strasser und steht in der Tradition von Energy Arts. Als Wortfusion verbindet der Begriff zwei Hinweise: „Serendipity“ als Wirkungsprinzip und „Kung-Fu“ als Mindset konsequenter Kultivierung. Serendipity entzieht sich direkter Absicht und kristallisiert sich dort heraus, wo passende Bedingungen aufgebaut werden. Dieser Prozess erzeugt eine Gravitation, die mit dem Serendipity-Prinzip in Wechselwirkung tritt und durch die Eigenschaften der Water Method besonders begünstigt wird.

Mit diesem Namen rückt zugleich eine daoistisch-philosophische Grundhaltung ins Zentrum der Aufmerksamkeit, die sich mit dem Satz Dao fa ziran (道法自然) zusammenfassen lässt. Gemeint ist: Der Weg folgt dem Natürlichen - man lässt dem Prozess, den Dingen und dem Leben seinen eigenen Fluss und arbeitet über Bedingungen statt über Kontrolle. Das Motto lautet: Wo Natur Raum bekommt, entfaltet sich Potenzial dynamisch. Genau diese Haltung bildet den konzeptuellen Hintergrund, in dem Serendipity als Prinzip praktisch werden kann: ein Weg, auf dem „Überraschung“ zu einem gelebten Prinzip wird und als gewünschter Gestaltungsfaktor wirkt.

Stefan Strasser ist zertifizierter Trainer sowohl im Energy-Arts-Kontext als auch im Rahmen der Schule seines Lehrers Paul Cavel - The Tai Chi Space. Sein Anliegen ist es, einen verständlichen und praxis-orientierten Zugang zu dieser Methode zu vermitteln, sodass ihr Wert im Training unmittelbar erfahrbar wird. In seiner Lehrtätigkeit ist es sein Anspruch, dieser Quelle - und den Lehrern dieser Tradition - mit Sorgfalt, Präzision und Genauigkeit gerecht zu werden. 

Weiterführende Literatur

Wer die hier auf dieser Website angesprochenen Inhalte vertiefen möchte, findet in den folgenden Büchern wertvolle weiterführende Perspektiven und Hinter-gründe:

 

  • The Tai Chi Space: How to Move in Tai Chi and Qigong, Paul Cavel

  • Taoism: A Journey Towards Unity, Paul Cavel

  • Heaven and Earth Qigong: Heal Your Body and Awaken Your Chi - Volume 1, Bruce Frantzis & Paul Cavel

 

Mehr Bücher von Paul Cavel findest du in seinem Webshop >

Ergänzend dazu bietet auch Bruce Frantzis eine umfangreiche Auswahl an weiter-führender Literatur. Neben Titeln wie Dragon and Tiger Medical Qigong oder The Tao of Letting Go gibt es zahlreiche weitere Bücher, die unterschiedliche Aspekte der Praxis vertiefen und zusätzliche Einblicke ermöglichen.

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